Donnerstag, 14. November 2013

"Klappe auf die Erste..."

Erfahren Sie in persönlichen Interviews alles Wissenswerte über den Nutzen und die Vorteile von Videoproduktionen für das Internet.

 

 

In dieser Ausgabe mit Stephan Hildebrand, Gründer und Inhaber der hildebrand Media GmbH

Rund drei Minuten reichen, um ein Unternehmen in einem Firmenvideo zu präsentieren. In dieser Zeit findet ein Homepage-Besucher noch nicht einmal die wichtigsten Informationen über die Firma. Dennoch gehen Webvideo und Homepage eines Unternehmens Hand in Hand. Ein Gespräch mit Stephan Hildebrand, Gründer und Inhaber der hildebrand Media GmbH, über Video-Trends, Social Media und Produktionskosten.

- Mit Stephan Hildebrand sprach Christian Nill
Herr Hildebrand, immer wieder heisst es, Firmenvideos seien für jedes Unternehmen wichtig. Weshalb?

Stephan Hildebrand: Das stimmt. Ein potenzieller Kunde, der den Internetauftritt eines Unternehmens besucht, ist in einer sogenannten «leaned forward»-Haltung: Er will sich proaktiv Informationen beschaffen und ist offen dafür. Jetzt kommt es darauf an, ihm diese auch zu liefern – in kompakter Form.
Und das trifft auf ein Webvideo zu.
Hildebrand: Genau. Ein Imagefilm oder Firmenvideo transportiert in drei Minuten mehr Inhalt, als wenn der Besucher der Homepage in derselben Zeit versucht, selber Informationen über die Firma zusammenzutragen. Außerdem hat sich das Konsumverhalten geändert: Webvideos werden heute auf einer Internetseite schlicht erwartet.
Allerdings muss die Grundvoraussetzung, damit ein Webvideo Sinn macht, erfüllt sein: Das Unternehmen muss seine Homepage permanent auf dem neusten Stand halten und pflegen. Nur so wird sie von den Suchmaschinen gefunden. Wir unterstützen unsere Kunden und beraten auch über die Einbindung von Social Media. Wir bieten also nicht nur Video-Produktionen an, sondern auch Video-Promotion.
 Sprechen wir konkret über Videos: Welche Formen unterscheiden Sie?

Hildebrand: Grundsätzlich hat das Firmenvideo für eine Firma die grösste Bedeutung. Dann richtet sich die Art des Videos nach den Kundenbedürfnissen: Aussagewunsch? Zielgruppe? Budget? Wir unterscheiden im wesentlichen rund acht Video-Formen (vgl. Video-Produktion).
Allen Formen gleich ist die Bedeutung des Inhalts. Ohne gute Story geht’s nicht. Wie hat sich das audiovisuelle Storytelling weiterentwickelt?

Hildebrand: Meistens möchte der Kunde zu viel. Wir versuchen, die Kernkompetenz eines Unternehmens herauszukristallisieren und mit einer Handvoll Sätzen zu skizzieren. Heute geht das Storytelling back to the roots: Es wird wieder weniger inszeniert.
Weshalb?
Hildebrand: Ein Betrieb soll so gezeigt werden, wie er sich tatsächlich präsentiert. Dabei geht es nicht zuletzt um Glaubwürdigkeit. Die Zuschauer und potenziellen Kunden möchten die Belegschaft, den Geschäftsführer sehen und erfahren, wer hinter einer Firma steht und was sie tut.
Zurück zum Storytelling: Wer ist eigentlich für die Video-Story zuständig?
Hildebrand: Der Kunde und wir. Unser Vorteil: Als «Aussenstehende» können wir ein Unternehmen nüchtern und sachlich betrachten und für uns fassbar machen. Kunden sehen oft den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Unser Blick von außen ist unbefangen. Daher kommen die zündenden Ideen für die Story letztendlich meistens von uns. Anschließend entwickeln wir das Drehbuch gemeinsam mit dem Kunden.
Was verstehen Sie unter Video-Promotion?
Hildebrand: Wir unterstützen unsere Kunden bei der Gestaltung des Video-Players, liefern fundierte Reportings und sorgen für die Distribution der Videos im World Wide Web. Heutzutage sind die technischen Voraussetzungen gegeben, dass Videos problemlos in eine Homepage eingebunden werden können.
Diese Tatsache allein 
bringt dem Kunden, der ein Webvideo professionell als Marketing-Instrument einsetzen möchte, relativ wenig. Und mit YouTube und Facebook ist das Ende der Fahnenstange ebenfalls noch längstens nicht erreicht. Die Videos unserer Kunden laufen beispielsweise auf den ca. zehn wichtigsten Internet-Plattformen für Bewegtbild-Content. Die Pflege von Videos im Netz ist anspruchsvoll geworden. Wir lassen unsere Kunden nicht allein damit.
Worauf kommt es bei einem guten Video an?
Hildebrand: Etwas habe ich bei meiner Arbeit 
als freischaffender Autor und Videoproduzent gelernt: Zehn Personen haben zehn Meinungen... Natürlich gibt es klare Richtlinien, wie ein Film aufgebaut sein muss (Intro, Dramaturgie, goldener Schnitt und so fort). Aber es kann genauso spannend sein, Konventionen über den Haufen zu werfen.
Sprich: Alles ist möglich.
Hildebrand: Eine gute Geschichte muss einfach fließen; es gibt kein allgemeingültiges Rezept. Es wird immer Zuschauer geben, die bestimmte Produktionen von uns nicht mögen. Es ist Geschmacksache. Für uns ist wichtig: Hauptsache dem Kunden gefällt die Produktion.
In vielen Unternehmensvideos tritt auch der CEO auf. Ist das sinnvoll?
Hildebrand: Ein Firmenvideo lebt grundsätzlich von den Aussagen der Protagonisten. Dazu gehört selbstverständlich auch die Geschäftsleitung. Wir geben Empfehlungen ab, ob sich jemand für den Auftritt vor der Kamera eignet. Dank meiner Erfahrung merke ich sofort, ob jemand telegen ist oder nicht. Aber der Kunde entscheidet.
Wie können Sie einem CEO oder Marketing- Verantwortlichen genau erklären, wie ein Video herauskommen wird – ohne falsche Erwartungen zu wecken?
Hildebrand: Dadurch, dass wir viel Zeit in die Vorproduktion investieren. Bei grösseren Produktionen skizzieren wir den Inhalt verbal, beschreiben die Bilder und Einstellungen oder zeichnen ein Storyboard.
Der Kunde sieht also zuerst ein Script mitsamt Text, den er gegenliest und gutheissen muss. So weiss er, was er erwarten darf.
Kommen wir zu den Produktionskosten. Unternehmensleiter reagieren häufig skeptisch aufgrund der doch eher hohen Kosten für einen Dreh.

Hildebrand: Videos müssen nicht teuer sein! Aber es herrscht tatsächlich eine hohe Unsicherheit im Markt. Das verdanken wir gewissen Billiganbietern, die den Markt abgegrast und die Kunden mit 4-jährigen Knebelverträgen an sich gebunden haben.
Wir stellen fest, dass Kunden häufig keine Erfahrungswerte haben.
Eine Videoproduktion bleibt abstrakt, weil
 man physisch nichts in den Händen hält. Wir weisen 
die Wertschöpfung beim einer grösseren Videoproduktion aus, indem ständig eine «making of»- Kamera mitläuft. So kann sich später auch ein Neukunde in etwa vorstellen, wie gross der Aufwand ist. Die Klickrate bei unseren making ofs ist sehr hoch – die Zuschauer wollen wissen, wie ein Dreh genau abläuft
Konkret: Wie teuer ist ein 3-minütiges Webvideo (ohne komplizierte Kamerafahrten, ohne Profi-Schauspieler und mit einer Basic-Lichtausrüstung)?
Hildebrand: Da kann ich nur einen Richtpreis angeben. Unsere Crew besteht im Minimum immer aus Autor, Kameramann, Assistent und Beleuchter; dazu kommt die Postproduktion (Schnitt, Vertonung, Grafik, Aufbereitung fürs Internet, etc.). Die Kosten dafür belaufen sich auf plus- minus CHF 10`000.--.
Letzte Frage: Welches war Ihre spannendste Produktion?
Hildebrand: Werbefilme sind besonders interessant, weil der Inszenierungsgrad bei 100 Prozent liegt und somit alles gestellt werden muss.
Herr Hildebrand, vielen Dank für das Interview.

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