Mittwoch, 5. Februar 2014

"Klappe auf die Zweite..."

Erfahren Sie in persönlichen Interviews alles Wissenswerte über den Nutzen und die Vorteile von Videoproduktionen für das Internet.





In dieser Ausgabe mit Andreas Krumes, Gründer und Inhaber der  Firma Webvirus


Andreas Krumes ist Marketingspezialist, Inhaber von Webvirus und Mitbegründer von Best of Swiss Gastro, dessen zehnjähriges Jubiläum Ende 2013 zelebriert wurde. Von Anfang an spielten Webvideos beim grössten Gastrowettbewerb Europas eine Rolle. Christian Nill unterhielt sich mit dem Pionier in Sachen Webvideos über die wachsende Bedeutung von Bewegtbild in der digitalen Vermarktung. 


- Mit Andreas Krumes sprach Christian Nill


Den Best of Swiss Gastro gibt es seit 2004. War Video von Anfang an ein Teil der Show?

Krumes: Die Videoproduktion war von Anfang an ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung. So konnten wir den Best of Swiss Gastro von seiner Geburtsstunde an dokumentieren.

Wie hat sich der Einsatz von Videos in den zehn Jahren Best of verändert?

Krumes: Von einer einfachen Produktion im 4:3-Format mit einem Kameramann hin zu einer umfangreichen mit Interviews gespickten, aufwendigen Produktion mit  coolem Schnitt sowie professioneller Vertonung mit Musik und Sprechern. Diese Art der Kommunikation ist aus unserem Projekt nicht mehr wegzudenken.

In der letzten Dekade hat sich der Umgang mit Bewegtbild als Marketing-Element stark weiterentwickelt. Wie würden Sie diese Entwicklung beschreiben?

Krumes: Videos sind heute einer der wichtigsten Kommunikationsträger im digitalen Umfeld. Man bedenke nur, dass YouTube heute die zweitgrösste Suchmaschine der Welt ist! Wer nicht gefunden wird, den gibts nicht.  Auch sogenannte «Erklärvideos», die Komplexe Produkte und Dienstleistung einfach auf den Punkt bringen, erobern den Markt. Es ist nun einmal einfacher, sich ein Video anzuschauen als eine komplexe Anleitung  oder Broschüren zu studieren, die oft nicht verstanden wird. In einem Video von vier Minuten kann man alles schnell und einfach zeigen.

Welches sind die wichtigsten Milestones im Videomarketing seit Anfang der 2000er-Jahre?

Krumes: Wenn man sich die Geschichte der Videoplattform von Google anschaut (Youtube.com), fand eine rasante Zunahme der Distribution und der Nutzung, aber auch der Produktionen statt. Die digitalen Möglichkeiten auch für Privatleute hat das ganze zusätzlich verstärkt. Inzwischen wurden über diesen Weg sogar Popstars entdeckt. An Messen und im sogenannt «Viralen Marketing» (Social Media) sollte diese Form der Kommunikation ein fester Bestandteil sein.

Vier Milliarden Videos werden täglich auf YouTube aufgerufen. Eine unglaubliche Zahl.

Krumes: Die mobile Nutzung ist sich gerade voll am Entwickeln. Und da Bandbreite heute kein Thema mehr ist, werden Videos immer mehr auf mobilen Endgeräten geschaut. Inzwischen werden auch ganze Events z.B. mit Google Hangout live übertragen und anschliessend auf YouTube als Video zur Verfügung gestellt.

Wo gibt es im Videomarketing Ihrer Ansicht nach am meisten Entwicklungspotenzial?

Krumes: In der Erklärung von Produkten, Dienstleistungen und Unternehmensporträts, welche auf einfache und emotionale Art den Zuschauern nahe gebracht werden können. Und in der crossmedialen Nutzung an Messen, auf Social-Media- und Videoplattformen sowie auf den eigenen Internetkanälen. Ausserdem gibt es immer mehr Webinare (Internetseminare) und deren Aufzeichnungen verzeichnen ebenfalls einen Aufwärtstrend.
Auch hat man über die digitalen Träger und Plattformen einen Zugang zu einem sehr breiten Nutzerkreis. Dies war vor zehn Jahren noch nicht der Fall.

Welche falschen Vorstellungen, was Video kann oder nicht kann, stellen Sie in den Köpfen professioneller Marketingleute fest?

Krumes: Grundsätzlich die falsche Haltung gegenüber digitalen Medien und das Fehlen vernetzten Denkens. Ein Video ist heute im gesamten Mediamix einsetzbar. Im eigenen Unternehmen z.B. am Empfang, auf der Visitenkarte via QR Code, in den sozialen Medien, auf Messen, Seminaren, in Produktschulungen und so weiter.

Videos zu produzieren bedeutet, Geld zu investieren – wie holt man das Optimum raus, damit sich der Einsatz lohnt?

Krumes: Verglichen beispielsweise mit einer Inseratekampagne ist eine Videoproduktion verhältnismässig günstig. Wie immer im Marketing steht über allem ein Ziel, das auf einer klaren Strategie beruht. Ob man das Video an Messen, auf Printprodukten mit QR Codes, über Social Media oder auf dem iPad der Aussendienstmitarbeiter einsetzt, hängt mit dem unternehmerischen Ziel zusammen, das man sich gesteckt hat.

Webvideos sind häufig schnelllebig – heisst das, man soll auch weniger dafür investieren?

Krumes: Nein, das wäre sicher der falsche Weg. Wie bei allem im Leben gilt: Für nichts gibts nichts. Es kommt darauf an, wofür man die Videoproduktionen verwenden will. Man kann kleine Spots erstellen, die sich auf Aktualitäten konzentrieren und z.B. saisonal orientiert sind. Oder man realisiert eine Unternehmensproduktion, die das ganze Jahr über gezeigt werden kann, beispielsweise einen Jahresbericht.

Mit Ihrer Firma Webvirus fokussieren Sie auf Online-Marketing. Wie wesentlich ist dabei der Bereich Bewegtbild (z.B. in Form von Produktevideos oder Imagefilmen)?

Krumes: An erster Stelle steht die Webseite. Je nach Unternehmen wird sie mit den richtigen Marketingelementen angereichert. Eine Webseite ist eine Art digitaler Verkäufer – nur wird das leider nicht immer so gesehen. Wir realisieren u.a. Erklärvideos und produzieren für unsere Kunden Produktevideos oder Messe-Reportagen. Das grösste Projekt bislang war sicher die Liveübertragung des Best of Swiss Gastro Award 2013 via Google Hangout: Ohne es gross kommuniziert zu haben, nahmen 2800 Leute live teil.

Vom Webvirus zu den sogenannten Virals, also Webvideos, die sich schlagartig im Netz verbreiten (wie z.B. Jean-Claude Van Dammes Spagat auf 2 Volvo-Trucks). Wie plant man so etwas?

Krumes: Ich glaube, man kann dies nicht vollumfänglich planen. Genauso wenig, wie man einen Trend planen kann.  Basis ist die zündende Idee. Das heisst erst mal denken. Dann muss man sich für die richtigen Distributionskanäle entscheiden – und Glück haben, dass die angepeilte Community mitmacht. Hierauf hat man am wenigsten Einfluss. Auch mit der richtigen Werbestrategie im kommerziellen Bereich kann sicher nachgeholfen werden, z.B. in den sozialen Medien.

Weshalb arbeiten Sie mit hildebrand Media zusammen?

Krumes: Nach über zehn Jahren der Zusammenarbeit ist praktisch ein blindes Vertrauen entstanden. Dies, verbunden mit Leidenschaft, Professionalität und der grossen Erfahrung in der Konzepterstellung, der Produktion und viralem Marketing seitens hildebrand Media. Es geht ja nicht nur darum, eine Kamera laufen zu lassen. Es beginnt ja schon beim Konzept. Wie vermittle ich welche Inhalte, wie baue ich die Geschichte auf? Diese Prozesse unterstützt  hildebrand Media mit vielen kreativen Ideen und mit ihrer langjährigen Erfahrung perfekt.
Wenn jemand etwas macht, was er liebt, dann kommt auch das richtige Ergebnis raus.

Andreas Krumes, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen